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Was hilft gegen Zahnfleischentzündung

Nahaufnahme eines geöffneten Mundes mit Zähnen und rotem, geschwollenem, entzündetem Zahnfleisch mit sichtbaren Blutungen - klassische Anzeichen einer Zahnfleischentzündung, insbesondere entlang des oberen Zahnfleischrandes über den Vorderzähnen, was auf eine mögliche Gingivitis hinweist.
Dr. Natalia Ehrlichmann
Autorin
Zahnärztin · Über 30 Jahre Erfahrung
GEPRÜFT
Medizinische Redaktion
Fachliche Prüfung
Dieser Artikel wurde von Dr. Natalia Ehrlichmann verfasst und von unserer medizinischen Redaktion auf fachliche Richtigkeit geprüft. Letzte Aktualisierung: 11. April 2026.

Entzündetes Zahnfleisch lässt sich in den meisten Fällen durch eine verbesserte Mundhygiene und bewährte Hausmittel wie Salzwasser-Spülungen oder Kamillentee lindern.

Bleibt die Entzündung länger als ein bis zwei Wochen bestehen, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen, um eine beginnende Parodontitis auszuschließen.

In den meisten Fällen lässt sich eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) gut behandeln und sogar vollständig rückgängig machen.

Eine Zahnfleischentzündung beginnt oft schleichend, vielleicht mit einem leichten Bluten beim Zähneputzen oder einer kaum wahrnehmbaren Schwellung.

Viele Menschen nehmen diese ersten Anzeichen nicht ernst. Doch unbehandelt kann aus einer einfachen Gingivitis eine ernsthafte Parodontitis werden, die den gesamten Zahnhalteapparat schädigt und sogar zum Zahnverlust führen kann.

Zahnfleischerkrankungen gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Schwere Parodontitis betrifft rund 19 % der erwachsenen Bevölkerung, das entspricht etwa 1,1 Milliarden Menschen.
Quelle: WHO - Oral Health Fact Sheet (2023)

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Ursachen hinter entzündetem Zahnfleisch stecken, welche Hausmittel wirklich helfen und wann ein Besuch in der Zahnarztpraxis in Neunkirchen-Seelscheid ratsam ist.

Sie erfahren den Unterschied zwischen Gingivitis und Parodontitis und wie Sie Ihre Mundgesundheit schützen können.

📌 Das Wichtigste auf einen Blick

  • Entzündetes Zahnfleisch (Gingivitis) wird meist durch bakteriellen Zahnbelag (Plaque) verursacht.
  • Typische Symptome sind Rötung, Schwellung und Zahnfleischbluten beim Zähneputzen.
  • Hausmittel wie Salzwasser, Kamille und Salbei können die Beschwerden ergänzend lindern.
  • Gingivitis ist reversibel – unbehandelt kann sie sich jedoch zur Parodontitis entwickeln.
  • Regelmäßige Prophylaxe und gründliche Mundhygiene sind der beste Schutz.
  • Bei anhaltenden Beschwerden über zwei Wochen ist ein Zahnarztbesuch wichtig.

Was ist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis)?

Eine Frau in einem rosafarbenen Rollkragenpullover zieht ihre Unterlippe mit dem Finger nach unten, so dass ihre Zähne und ihr Zahnfleisch sichtbar werden, während sie lächelt - möglicherweise um nach Anzeichen einer Zahnfleischentzündung zu suchen.

Entzündetes Zahnfleisch (Gingiva), in der Fachsprache als Gingivitis bezeichnet, ist eine Entzündung des Zahnfleischgewebes rund um die Zähne.

Auslöser sind in den meisten Fällen Bakterien, die sich als Zahnbelag (Plaque) an den Zahnoberflächen und besonders am Zahnfleischrand ansammeln.

Wenn dieser Belag nicht regelmäßig entfernt wird, reagiert der Körper mit einer Entzündung als natürliche Abwehrreaktion.

Eine Gingivitis ist reversibel. Das bedeutet, dass sich die Entzündung bei rechtzeitiger Behandlung vollständig zurückbilden kann, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.

Wird sie jedoch ignoriert, kann sich die Entzündung ausbreiten und auf den gesamten Zahnhalteapparat, einschließlich des Kieferknochens, übergreifen.

Dieser Zustand wird als Parodontitis bezeichnet. Im Gegensatz zur Gingivitis sind die Schäden einer Parodontitis oft irreversibel und können ohne zahnärztliche Therapie zum Verlust von Zähnen führen.

In Deutschland leiden rund 14 Millionen Menschen an behandlungsbedürftigen schweren Parodontalerkrankungen. Bereits bei den 35- bis 44-Jährigen zeigt sich bei über 95 Prozent eine Form der Parodontitis.
Quelle: 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6), Institut der Deutschen Zahnärzte, 2024

Diese Zahlen verdeutlichen, wie weit verbreitet Zahnfleischerkrankungen in Deutschland sind und warum Vorbeugung und frühzeitiges Handeln bei den ersten Anzeichen so entscheidend sind.

 

Wie entsteht eine Zahnfleischentzündung?

In den meisten Fällen entsteht entzündetes Zahnfleisch durch unzureichende Mundhygiene. Bakterien vermehren sich im Zahnbelag und setzen Stoffwechselprodukte frei, die das Zahnfleisch reizen. Doch mangelnde Zahnpflege ist nicht der einzige Auslöser. Es gibt eine Reihe weiterer Faktoren, die eine Zahnfleischentzündung begünstigen können:

  • Bakterieller Zahnbelag (Plaque): Die Hauptursache. Wird der Belag nicht regelmäßig entfernt, verhärtet er zu Zahnstein, der weitere Entzündungen fördert.
  • Hormonelle Veränderungen: In der Schwangerschaft, der Pubertät oder den Wechseljahren reagiert das Zahnfleisch empfindlicher auf Bakterien.
  • Rauchen: Tabakkonsum schwächt die Immunabwehr im Mundraum und ist einer der stärksten Risikofaktoren für Zahnfleischerkrankungen.
  • Stress: Chronischer Stress kann die Immunantwort des Körpers beeinträchtigen – auch im Mundraum.
  • Diabetes mellitus: Zwischen Diabetes und Zahnfleischerkrankungen besteht ein wechselseitiger Zusammenhang. Erhöhte Blutzuckerwerte begünstigen Entzündungen im Mund.
  • Medikamente: Bestimmte Arzneimittel – etwa Blutdrucksenker, Immunsuppressiva oder Antidepressiva – können Mundtrockenheit verursachen oder das Zahnfleisch direkt beeinflussen.
  • Schlecht sitzender Zahnersatz: Druckstellen durch Prothesen oder Zahnspangen können das Zahnfleisch mechanisch reizen.

"Das Zahnfleisch blutet schon wieder beim Zähneputzen. Dabei putze ich doch zweimal täglich."

In unserer Zahnarztpraxis in Neunkirchen-Seelscheid erleben wir regelmäßig, dass Patienten überrascht sind, wenn mehrere dieser Faktoren zusammenwirken. Ein offenes Gespräch über Lebensgewohnheiten und Vorerkrankungen hilft uns, die individuellen Ursachen gezielt zu behandeln.

Arten von Zahnfleischentzündungen

Entzündungen des Zahnfleisches können unterschiedliche Formen annehmen. Je nach Ursache und Verlauf unterscheiden Zahnärzte verschiedene Arten der Gingivitis.

Diese Einteilung hilft dabei, die Beschwerden besser einzuordnen und die passende Behandlung zu wählen.

Plaque-induzierte Gingivitis

Nahaufnahme der oberen Frontzähne und des Zahnfleischs mit sichtbaren Blutungen entlang des Zahnfleischsaums, die auf eine Zahnfleischerkrankung oder Zahnfleischentzündung hinweisen. Das Zahnfleisch erscheint rot, geschwollen und entzündet.

Die häufigste Form der Zahnfleischentzündung ist die sogenannte Plaque-induzierte Gingivitis. Sie entsteht durch bakterielle Zahnbeläge (Plaque), die sich auf den Zähnen und am Zahnfleischrand ansammeln. Wird dieser Belag nicht regelmäßig entfernt, reagiert das Zahnfleisch mit einer Entzündung.

Typische Anzeichen sind:

  • Rötung des Zahnfleisches
  • Schwellung
  • Zahnfleischbluten, vor allem beim Zähneputzen oder bei der Verwendung von Zahnseide

In den meisten Fällen lässt sich diese Form der Entzündung gut behandeln. Entscheidend sind eine gründliche tägliche Mundhygiene und regelmäßige professionelle Zahnreinigungen beim Zahnarzt, um bakterielle Beläge vollständig zu entfernen.

Nekrotisierende ulzerierende Gingivitis (NUG)

Eine Nahaufnahme des oberen Zahnfleischs einer Person, die ein großes weißes Geschwür oder eine Wunde an der inneren Wange oberhalb der Zähne zeigt - mögliche Anzeichen einer Zahnfleischentzündung -, wobei eine behandschuhte Hand vorsichtig an der Wange zur Untersuchung zieht.

Eine seltenere, aber deutlich schmerzhaftere Form ist die nekrotisierende ulzerierende Gingivitis (NUG). In der Mundhöhle bilden sich schmerzhafte Geschwüre.

Diese akute Erkrankung tritt häufig bei geschwächtem Immunsystem, starkem Stress, Rauchen oder unzureichender Mundhygiene auf.

Typische Symptome sind:

  • schmerzhafte Geschwüre am Zahnfleisch
  • zerstörte Interdentalpapillen
  • starker Mundgeruch
  • spontane Blutungen
  • manchmal Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl

Die Behandlung umfasst eine professionelle Reinigung der betroffenen Bereiche, antiseptische Spülungen und - in schweren Fällen - eine antibiotische Therapie.

Zahnfleischrückgang (Gingivarezession)

Die Nahaufnahme des Mundes einer Person zeigt obere und untere Zähne mit erheblichem Zahnfleischrückgang, der möglicherweise auf eine Zahnfleischentzündung zurückzuführen ist und die Wurzeln mehrerer unterer Frontzähne freilegt. Das Zahnfleisch erscheint uneben und die Zähne haben eine natürliche Farbe.

Wenn sich das Zahnfleisch dauerhaft zurückzieht und die Zahnwurzel teilweise freiliegt, sprechen Zahnärzte von einer Gingivarezession. Dabei handelt es sich streng genommen nicht um eine klassische Entzündung, sondern um einen Verlust von Zahnfleischgewebe.

Häufige Ursachen sind:

  • falsche oder zu aggressive Putztechnik
  • langfristige Zahnfleischentzündungen
  • altersbedingte Veränderungen
  • parodontale Erkrankungen
  • Betroffene bemerken häufig:
  • freiliegende Zahnhälse
  • erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Kälte oder Wärme
  • optisch längere Zähne

In frühen Stadien kann eine Anpassung der Mundhygiene bereits helfen. Bei stärker ausgeprägtem Zahnfleischrückgang kommen auch parodontalchirurgische Maßnahmen, zum Beispiel eine Zahnfleischtransplantation, infrage.

Woran erkenne ich eine Zahnfleischentzündung?

Da eine Gingivitis im Anfangsstadium oft keine starken Schmerzen verursacht, wird sie häufig übersehen.

Viele Betroffene bemerken die Entzündung erst, wenn sie deutlich fortgeschritten ist. Achten Sie daher auf folgende Warnsignale:

  • Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder bei der Verwendung von Zahnseide
  • Gerötetes oder dunkelrot verfärbtes Zahnfleisch (gesundes Zahnfleisch ist blassrosa)
  • Geschwollenes, weiches oder empfindliches Zahnfleisch
  • Mundgeruch trotz Zähneputzen, der immer wiederkehrt
  • Empfindlichkeit beim Essen oder Trinken von heißen und kalten Speisen

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bei sich feststellen, ist es ratsam, zeitnah einen Termin in unserer Praxis zu vereinbaren.

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Entwicklung einer Parodontitis zu verhindern.

Wann werden die Symptome ernst?

Treten zusätzlich zu den genannten Beschwerden folgende Symptome auf, sollten Sie zeitnah einen Zahnarzt aufsuchen:

  • Das Zahnfleisch zieht sich sichtbar zurück und die Zähne wirken "länger"
  • Es bilden sich tiefe Zahnfleischtaschen
  • Zähne fühlen sich locker an oder haben sich verschoben
  • Eiterbildung oder starke Schwellung am Zahnfleisch
  • Schmerzen beim Kauen

Diese Anzeichen können auf eine fortgeschrittene Parodontitis hindeuten, die eine professionelle Behandlung erfordert.

Symptome erkennen - wie schwer ist die Entzündung?

Nicht jede Zahnfleischentzündung ist gleich. Die folgende Tabelle hilft Ihnen einzuschätzen, wie dringend Handlungsbedarf besteht:

Symptom Schweregrad Was tun?
Zahnfleischbluten beim Putzen Leicht Hygiene verbessern, Hausmittel versuchen
Gerötetes, leicht geschwollenes Zahnfleisch Leicht Mundhygiene, Chlorhexidin, Kontrolle nach 10 Tagen
Zahnfleisch druckempfindlich, Schwellung sichtbar Mittel Zahnarzt aufsuchen, PZR empfohlen
Dauernde Schmerzen, Mundgeruch Mittel Zahnarzttermin in dieser Woche
Zahnfleischrückgang, Zahn wirkt länger Schwer Sofort zum Zahnarzt: mögliche Parodontitis
Zahnlockerung, Eiter, starke Schwellung Schwer Notfalltermin - sofort anrufen!

Wie wird entzündetes Zahnfleisch bei Dr. Natalia Ehrlichmann behandelt?

In der Zahnarztpraxis Dr. Natalia Ehrlichmann in Neunkirchen-Seelscheid gehen wir bei Zahnfleischentzündungen Schritt für Schritt vor – gründlich, transparent und in Ihrem Tempo. Besonders wichtig ist uns die persönliche Betreuung: Sie erfahren bei jedem Behandlungsschritt genau, was gemacht wird und warum.

Ein farbenfrohes Flussdiagramm mit sechs Schritten in der Krebsbehandlung: Diagnose, Therapieauswahl, Behandlungstherapie, Beurteilung des Ansprechens, Nachsorge und Umgang mit Nebenwirkungen wie Zahnfleischentzündung - jeweils mit Symbolen und farbigen Pfeilen dargestellt.

Schritt 1: Befunderhebung und Diagnose

Zunächst untersuchen wir Ihr Zahnfleisch sorgfältig. Dabei messen wir die Tiefe der Zahnfleischtaschen, prüfen, ob Zahnfleischbluten vorliegt, und beurteilen den Zustand des Zahnbelags. Bei Verdacht auf eine fortgeschrittene Erkrankung erstellen wir Röntgenbilder, um den Zustand des Kieferknochens zu beurteilen.

Schritt 2: Professionelle Zahnreinigung

Eine professionelle Zahnreinigung bildet die Grundlage der Behandlung. Dabei werden bakterielle Beläge, Zahnstein und Verfärbungen auch an schwer erreichbaren Stellen entfernt – gründlicher als es mit der Zahnbürste allein möglich ist. Dies schafft die Voraussetzung dafür, dass sich das entzündete Zahnfleisch erholen kann.

Schritt 3: Parodontitisbehandlung bei Bedarf

Hat sich die Entzündung bereits auf den Zahnhalteapparat ausgebreitet, führen wir eine gezielte Parodontitisbehandlung in Neunkirchen-Seelscheid durch. Dabei werden die Zahnfleischtaschen gereinigt und bakterielle Ablagerungen unterhalb des Zahnfleischrandes entfernt (Scaling und Wurzelglättung).

Schritt 4: Individuelle Beratung und Nachsorge

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Mundhygiene zu Hause optimieren können, empfehlen geeignete Hilfsmittel und legen gemeinsam mit Ihnen einen Nachsorgeplan fest. Regelmäßige Kontrolltermine und Prophylaxe-Termine helfen, das Ergebnis langfristig zu sichern.

Sie haben Angst vor dem Zahnarzt? Kein Problem – in unserer Praxis werden Angstpatienten besonders einfühlsam und in ihrem eigenen Tempo betreut. Viele unserer Patienten kamen ursprünglich mit starker Zahnarztangst zu uns und fühlen sich heute bei uns gut aufgehoben.

Wie lange dauert die Heilung?

Das ist eine der häufigsten Fragen, die uns Patienten stellen und die Antwort hängt stark davon ab, wie früh behandelt wird:

  • Leichte Gingivitis: Bei konsequenter Mundhygiene und ggf. einer professionellen Reinigung bessern sich die Symptome meist innerhalb von 1-2 Wochen.
  • Mittelschwere Entzündung mit Taschenbildung: Mehrere Behandlungssitzungen über 4-8 Wochen, mit deutlicher Verbesserung nach der ersten Reinigung.
  • Fortgeschrittene Parodontitis: Kontrollierbar, aber nicht vollständig rückgängig zu machen. Regelmäßige Nachsorge (alle 3-6 Monate) ist dauerhaft notwendig.

Wichtig: Eine geheilte Gingivitis bleibt nur stabil, wenn die Mundhygiene dauerhaft konsequent bleibt. Ohne regelmäßiges Zähneputzen, Zahnseide und Zahnarztbesuche kommt die Entzündung zurück.

Eine professionelle Zahnreinigung ist die wirksamste Maßnahme zur Behandlung der Gingivitis und zur Prävention von Parodontitis.
Quelle: Bundeszahnärztekammer: Prophylaxe und Zahnsteinentfernung

Gingivitis oder Parodontitis. Wie erkenne ich den Unterschied?

Diese Unterscheidung ist eine der wichtigsten in der Zahnmedizin, denn sie bestimmt, ob sich der Schaden rückgängig machen lässt oder nicht.

Merkmal Gingivitis Parodontitis
Betroffenes Gewebe Nur Zahnfleischoberfläche Zahnhalteapparat, Knochen
Reversibilität Vollständig heilbar Kontrollierbar, aber nicht vollständig umkehrbar
Typische Symptome Rötung, Schwellung, Bluten Zahnfleischrückgang, Zahnlockerung, Mundgeruch
Behandlung Hygiene + ggf. PZR Intensivbehandlung (Scaling, ggf. chirurgisch)
Dringlichkeit Zeitnah behandeln Sofort zum Zahnarzt

Bei einer Gingivitis beschränkt sich die Entzündung auf das Zahnfleisch. Der Zahnhalteapparat – also Kieferknochen, Wurzelhaut und Zahnzement – ist noch nicht betroffen. Das Zahnfleisch haftet weiterhin fest am Zahn. Mit verbesserter Mundhygiene und professioneller Reinigung lässt sich eine Gingivitis vollständig heilen.

Bei einer Parodontitis hat sich die Entzündung auf den gesamten Zahnhalteapparat ausgebreitet. Es bilden sich vertiefte Zahnfleischtaschen, der Kieferknochen baut sich ab, und die Verbindung zwischen Zahnfleisch und Zahn ist dauerhaft geschädigt. Dieser Prozess ist nicht mehr umkehrbar – er lässt sich im günstigsten Fall stabilisieren und aufhalten.

Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund zehn Millionen Menschen an einer schweren Parodontitis erkrankt. Die Erkrankung verläuft über viele Jahre oft symptomarm, was dazu führen kann, dass Betroffene erst spät zahnärztliche Hilfe aufsuchen.
Quelle: Bundesgesundheitsblatt - Parodontitis: Therapie einer Volkskrankheit, Springer, 2021

Weitere Informationen zur Parodontitis und ihrer Entstehung finden Sie auch auf der Seite der Stiftung Gesundheitswissen.

Bewährte Hausmittel bei entzündetem Zahnfleisch

Bei einer leichten Zahnfleischentzündung können Hausmittel die Beschwerden ergänzend lindern. Sie ersetzen keine zahnärztliche Behandlung, können aber die Heilung unterstützen und akute Symptome mildern.

Salzwasser-Spülung

Eine Salzwasser-Spülung gehört zu den ältesten und einfachsten Hausmitteln bei entzündetem Zahnfleisch. Salz wirkt antibakteriell und kann helfen, Schwellungen zu reduzieren. Lösen Sie einen Teelöffel Salz in einem Glas lauwarmem Wasser auf und spülen Sie den Mundraum mehrmals täglich gründlich damit aus. Anschließend ausspucken – nicht schlucken.

Kamille und Salbei

Kamille ist für ihre entzündungshemmende und beruhigende Wirkung bekannt. Salbei wirkt zusätzlich antibakteriell. Beide Heilpflanzen eignen sich hervorragend als Mundspülung: Übergießen Sie drei gehäufte Teelöffel getrocknete Kamille oder Salbei mit 250 Milliliter kochendem Wasser, lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen und seihen Sie ihn ab. Nach dem Abkühlen können Sie damit mehrmals täglich den Mund spülen.

Teebaumöl (mit Vorsicht)

Teebaumöl besitzt antibakterielle Eigenschaften und kann als Mundspülung verwendet werden. Geben Sie zwei bis drei Tropfen Teebaumöl in ein Glas Wasser und gurgeln Sie damit. Alternativ können Sie einige Tropfen mit einem Trägeröl (zum Beispiel Kokosöl) mischen und vorsichtig auf das entzündete Zahnfleisch auftragen.
Wichtig: Verwenden Sie Teebaumöl niemals unverdünnt, da es das Gewebe reizen kann. Nur stark verdünnt (1–2 Tropfen in einem Glas Wasser) als Spülung verwenden.

Natron (Natriumhydrogencarbonat)

Natron ist ein bewährtes Hausmittel, das auch bei Zahnfleischentzündungen unterstützend eingesetzt werden kann. Es wirkt antibakteriell und neutralisiert Säuren im Mundraum . beides Faktoren, die bei einer Gingivitis eine wichtige Rolle spielen. Da die Entzündung häufig durch mangelnde Mundhygiene und eine Ansammlung schädlicher Bakterien entsteht.
Lösen Sie einen Teelöffel Natron in einem Glas warmem Wasser auf und spülen Sie den Mund nach dem Zähneputzen gründlich damit aus. Die Spülung kann mehrmals täglich angewendet werden.
Natron gilt darüber hinaus auch als Hausmittel gegen Zahnschmerzen, da viele Beschwerden auf bakterielle Entzündungen zurückzuführen sind.

Aloe Vera

Aloe Vera hat entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften, die bei Zahnfleischentzündungen unterstützend wirken können. Das Gel aus dem Inneren der Blätter wird auf die betroffene Stelle aufgetragen und vorsichtig einmassiert. In der Apotheke sind auch fertige Aloe-Vera-Gele für die Mundpflege erhältlich.

Kurkuma

Der in Kurkuma enthaltene Wirkstoff Curcumin wird in der Forschung wegen seiner entzündungshemmenden Eigenschaften untersucht. Für eine Paste mischen Sie etwas Kurkumapulver mit Kokosöl und tragen die Mischung auf das entzündete Zahnfleisch auf. Nach einigen Minuten gründlich ausspülen. Beachten Sie: Kurkuma kann Zahnbürsten und Oberflächen vorübergehend verfärben.

Kühlen mit kalten Kompressen

Bei akuter Schwellung kann eine kalte Kompresse von außen auf die Wange gelegt werden. Die Kälte verengt die Blutgefäße und kann so Schwellungen und Schmerzen reduzieren. Wickeln Sie dazu ein Kühlpack in ein sauberes Tuch und halten Sie es für zehn bis fünfzehn Minuten an die betroffene Stelle. Legen Sie zwischen den Anwendungen eine Pause ein.

Hausmittel bei einer Zahnfleischentzündung können die Beschwerden lindern. Halten die Symptome jedoch an, sollten Betroffene den Zahnarzt aufsuchen, um abzuklären, ob bereits eine beginnende Parodontitis vorliegt.
Quelle: Heimat Krankenkasse - Ratgeber Zahngesundheit, 2026

Welche Mundspülung hilft bei Zahnfleischentzündungen?

Mundspülungen können die tägliche Mundhygiene sinnvoll ergänzen – sie ersetzen jedoch nicht das mechanische Reinigen der Zähne mit Zahnbürste und Zahnseide. Nicht jede Mundspülung ist für die Behandlung von entzündetem Zahnfleisch gleich gut geeignet. Achten Sie auf folgende Wirkstoffe:

  • Chlorhexidin: Gilt als wirksamstes antibakterielles Mittel gegen Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen. Chlorhexidinhaltige Mundspülungen sollten allerdings nur in Absprache mit Ihrem Zahnarzt und zeitlich begrenzt angewendet werden, da sie bei Dauergebrauch Verfärbungen verursachen können.
  • Ätherische Öle: Mundspülungen mit ätherischen Ölen (zum Beispiel Thymol, Eukalyptol, Menthol) wirken antibakteriell und eignen sich gut für den täglichen Gebrauch.
  • Cetylpyridinium-Chlorid (CPC): Ein weiterer antibakterieller Wirkstoff, der in vielen frei verkäuflichen Mundspülungen enthalten ist.

Die S3-Leitlinie der DGZMK betont, dass chemische Mundspülungen eine sinnvolle Ergänzung zur mechanischen Reinigung darstellen – allein jedoch nicht ausreichen, um eine Gingivitis dauerhaft zu behandeln.

Was ist die beste Salbe gegen Zahnfleischentzündung?

Im Handel sind verschiedene Gele und Salben erhältlich, die bei Zahnfleischentzündungen helfen können.

Die beste Salbe gegen Zahnfleischentzündung für Ihre individuelle Situation hängt von der Schwere der Entzündung ab.

Produkte mit Wirkstoffen wie Chlorhexidin oder lokalen Anästhetika können die Bakterienzahl reduzieren und Schmerzen lindern.

Gele mit Kamillenextrakt oder Lidocain sind ebenfalls beliebt.

Lassen Sie sich hierzu am besten in der Apotheke oder direkt von uns in der Praxis beraten, um das passende Präparat zu finden.

Was schadet und was Sie vermeiden sollten

  • Hartes Schrubben: Schadet dem Zahnfleisch zusätzlich - weiche Bürste, sanfte Kreisbewegungen.
  • Alkoholhaltige Mundspülungen: Trocknen die Mundschleimhaut aus und können die Entzündung verschlimmern.
  • Hausmittel als Dauerlösung: Wenn nach 10 Tagen keine Besserung eintritt - zum Zahnarzt. Jede Verzögerung riskiert tiefere Schäden.

Ein 48-jähriger Patient aus Lohmar hatte fast ein Jahr lang immer wieder auftretendes Zahnfleischbluten mit Salzwasserspülungen behandelt. Und es damit irgendwie im Griff behalten. Als er schließlich zu uns kam, zeigte die Untersuchung bereits erste Anzeichen von Parodontitis mit leichten Taschenbildungen. Ein früherer Besuch hätte den Aufwand erheblich reduziert. Heute ist er stabil - aber wir erinnern uns gemeinsam an den Unterschied, den ein Jahr macht.

Hausmittel helfen nicht mehr? Zögern Sie nicht - wir schauen es uns an. 02247 7171 - Jetzt anrufen

Wie kann ich entzündetem Zahnfleisch vorbeugen?

Die beste Behandlung von Zahnfleischentzündungen ist die Vorbeugung. Mit wenigen, konsequent eingehaltenen Maßnahmen können Sie Ihr Risiko für entzündetes Zahnfleisch deutlich senken.

Richtige Putztechnik

Wie Sie putzen, ist wichtiger als womit. Setzen Sie die Zahnbürste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand an und führen Sie sanfte, kreisende Bewegungen aus. Putzen Sie mindestens zwei Minuten lang – morgens und abends. Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste, um das Zahnfleisch zu schonen. Wechseln Sie die Zahnbürste oder den Bürstenkopf alle drei Monate. Ausführliche Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber zur richtigen Zahnpflege und Mundhygiene.

Zahnzwischenräume reinigen

Die Zahnbürste erreicht nur etwa 60 Prozent der Zahnoberflächen. Die Zahnzwischenräume – in denen sich Bakterien besonders gern ansiedeln – müssen separat gereinigt werden. Verwenden Sie täglich Zahnseide oder Interdentalbürsten. Wasserflossen (Mundduschen) sind eine sanfte Alternative, besonders bei empfindlichem Zahnfleisch oder festsitzendem Zahnersatz.

Ernährung für gesundes Zahnfleisch

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Mundgesundheit. Knackiges Gemüse wie Karotten und Sellerie regt den Speichelfluss an und reinigt die Zähne auf natürliche Weise. Milchprodukte liefern Kalzium für starke Zähne. Grünes Blattgemüse enthält Vitamin C und Vitamin K, die für gesundes Zahnfleischgewebe wichtig sind. Reduzieren Sie zuckerhaltige Speisen und Getränke – Zucker fördert das Wachstum schädlicher Bakterien im Mund.

Regelmäßige Prophylaxe beim Zahnarzt

Professionelle Zahnreinigungen entfernen Zahnstein und Beläge, die mit der Zahnbürste nicht erreicht werden. Gleichzeitig ermöglicht der regelmäßige Zahnarztbesuch eine frühzeitige Erkennung von Zahnfleischproblemen – noch bevor Sie selbst Symptome bemerken. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) bestätigt, dass regelmäßige Prophylaxe und verbesserte Mundhygiene die Parodontitisraten in Deutschland deutlich gesenkt haben.

Risikofaktoren minimieren

Wenn Sie rauchen, ist die Aufgabe des Tabakkonsums eine der wirksamsten Maßnahmen für Ihre Zahnfleischgesundheit. Achten Sie auf eine gute Blutzuckereinstellung, falls Sie an Diabetes erkrankt sind. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Medikamente, die Sie einnehmen, die Mundgesundheit beeinflussen können. Und unterschätzen Sie den Faktor Stress nicht: Chronischer Stress kann die Immunabwehr im Mundraum schwächen.

Häufige Fragen zur Zahnfleischentzündung

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