Warum tut der Zahn nach einer Füllung weh?
Sie waren gerade beim Zahnarzt, haben eine neue Füllung bekommen und jetzt schmerzt der Zahn?
Das ist verständlicherweise frustrierend – schließlich sollte die Behandlung Linderung verschaffen. Doch wir können Sie beruhigen:
Zahnschmerzen nach einer Füllung sind relativ häufig und in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge.
Die Füllungstherapie ist eine bewährte zahnärztliche Behandlung, um Zähne nach einer Karieserkrankung zu versorgen. Dabei kommen je nach Situation unterschiedliche Materialien zum Einsatz.
Oft sind die Schmerzen eine vorübergehende Reaktion Ihres Körpers.
Er muss sich erst an das neue Füllmaterial oder den leicht veränderten Biss gewöhnen. Die Intensität dieser Anpassungsphase ist von Patient zu Patient unterschiedlich.
In manchen Fällen können die Schmerzen jedoch auch auf ein tiefergehendes Problem hindeuten, wie eine Entzündung des Zahnnervs oder eine nicht passgenaue Füllung.
Dieser Artikel erklärt Ihnen Schritt für Schritt die möglichen Ursachen, wann eine zahnärztliche Kontrolle ratsam ist und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Wir geben Ihnen zudem Tipps, wie Sie sich selbst helfen können, denn ein pochender Zahn sollte Ihnen nicht den Tag (oder die Nacht) verderben.
Wie entstehen Zahnschmerzen nach einer Füllung?
Zahnschmerzen nach einer Füllung können sich auf verschiedene Weisen äußern – sei es stechend, dumpf, pochend oder als Empfindlichkeit bei Druck. Aber wie kommt es überhaupt dazu?
Die Ursachen sind vielfältig und meist auf bestimmte körperliche Reaktionen oder zahnärztliche Faktoren zurückzuführen.
Zu den häufigsten Gründen gehören
- Reizungen des Zahnnervs,
- undichte Füllungsränder,
- eine zu hohe Füllung
- oder eine beginnende Entzündung.
In jedem Fall sollten diese Beschwerden von einem Zahnarzt abgeklärt werden, um die genaue Ursache zu ermitteln. Schauen wir uns die möglichen Gründe im Detail an.
Haben Sie Zahnschmerzen? Zögern Sie nicht - vereinbaren Sie jetzt einen Termin! Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Chancen auf ein gesundes, strahlendes Lächeln.
Reizung des Zahnnervs (Pulpa)
Einer der häufigsten Gründe für Schmerzen nach einer Füllung ist eine Reizung des Zahnnervs, auch Pulpa genannt. Wenn die Karies bereits tief in den Zahn vorgedrungen war, muss der Zahnarzt bei der Behandlung sehr nah am Zahninneren arbeiten.
Allein die Vibrationen des Bohrers oder die Nähe zum Nerv können ausreichen, um ihn vorübergehend zu reizen, auch wenn er nicht direkt verletzt wird.
Reizung des Zahnnervs nach einer Zahnfüllung
Typische Anzeichen für eine solche Reizung sind eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber heißen oder kalten Speisen und Getränken. Auch beim Kauen kann ein unangenehmes Gefühl entstehen.
In den meisten Fällen beruhigt sich der Nerv innerhalb weniger Tage oder Wochen von selbst wieder, sofern keine tiefergehende Entzündung vorliegt.
Beobachten Sie die Entwicklung jedoch genau. Sollten die Schmerzen mit der Zeit nicht nachlassen, sondern stärker werden, könnte dies auf eine Entzündung der Pulpa hindeuten.
In einem solchen Fall ist eine zahnärztliche Kontrolle erforderlich, um eine mögliche Wurzelbehandlung abzuklären.
Druckgefühl durch eine zu hohe Füllung
Ein weiteres häufiges Problem nach einer Füllungsbehandlung ist das Gefühl, die Füllung sei zu hoch.
Auch wenn der Unterschied mit bloßem Auge kaum erkennbar ist – Ihr Biss spürt ihn sofort.
Zähne reagieren extrem sensibel auf kleinste Veränderungen im Kontakt zueinander.
Eine zu hohe Füllung führt dazu, dass beim Zubeißen übermäßiger Druck auf diesen einen Zahn ausgeübt wird, was ein unangenehmes Druckgefühl oder sogar Schmerzen beim Kauen verursachen kann.
Die Lösung ist glücklicherweise unkompliziert. In unserer Zahnarztpraxis in Neunkirchen-Seelscheid können wir die Füllung leicht abschleifen, um die ursprüngliche Bisshöhe wiederherzustellen.
In der Regel fühlt sich der Biss direkt nach dieser kleinen Korrektur wieder natürlich und beschwerdefrei an.
Entzündungen unter der Füllung
In manchen Fällen kann sich unter einer Füllung unbemerkt eine Entzündung entwickeln.
Dies kann passieren, wenn bei der ursprünglichen Behandlung nicht die gesamte Karies entfernt wurde oder sich nachträglich Bakterien einen Weg ins Zahninnere bahnen.
Das Risiko dafür besteht insbesondere bei sehr tiefen Kavitäten (Löchern).
Typische Symptome sind anhaltende, pochende Schmerzen, die sich oft nachts oder im Liegen verschlimmern.
Diese Art von Schmerz sollten Sie keinesfalls ignorieren, da sie auf eine ernsthafte Zahnwurzelentzündung hindeuten kann.
Ein zeitnaher Besuch in unserer Praxis ist hier unerlässlich, um die Ursache abzuklären.
Oft ist ein zahnärztlicher Eingriff wie eine Wurzelbehandlung notwendig, um das entzündete Gewebe zu entfernen und den Zahn zu erhalten.
Zahnentzündung
Zahnnerventzündung
Unterschiedliche Arten von Zahnschmerzen
Achten Sie daher genau auf die Signale Ihres Körpers: Wann tritt der Schmerz auf? Wo genau spüren Sie ihn? Handelt es sich eher um ein Ziehen, ein Stechen oder ein dumpfes Drücken? Diese Informationen helfen uns, die Ursache Ihrer Beschwerden schnell und präzise zu ermitteln.
Schmerzempfindlichkeit bei Kälte oder Hitze
Wenn Ihr Zahn nach einer Behandlung plötzlich empfindlich auf kalte Getränke oder warme Speisen reagiert, deutet dies häufig auf eine vorübergehende Reizung des Zahnnervs hin.
Diese Art von Schmerz ist besonders typisch für Füllungen, die aufgrund einer tiefen Karies sehr nah am Nerv liegen. Auch freiliegende Zahnhälse, die oft durch zurückgehendes Zahnfleisch entstehen, reagieren sensibel auf Temperaturreize.
In den meisten Fällen klingt diese Überempfindlichkeit nach einiger Zeit von selbst wieder ab.
Sie können den Heilungsprozess unterstützen, indem Sie den Zahn schonen. Vermeiden Sie sehr heiße, kalte oder zuckerhaltige Speisen und Getränke. Auch Zahnpasta für empfindliche Zähne kann helfen.
Sollte die Empfindlichkeit jedoch nach mehreren Wochen nicht nachlassen oder sich sogar verschlimmern, empfehlen wir Ihnen, einen Kontrolltermin in unserer Praxis zu vereinbaren, um die Ursache abzuklären.
Schmerz beim Zubeißen
Treten Schmerzen gezielt beim Kauen oder Zubeißen auf, kann dies ein deutlicher Hinweis darauf sein, dass die Füllung minimal zu hoch ist und den Biss beeinflusst.
Auch feine, oft nicht sichtbare Risse im Zahn können unter dem Kaudruck Beschwerden verursachen.
In bestimmten Fällen wurde möglicherweise so viel Zahnhartsubstanz entfernt, dass der Zahn an Stabilität verliert. Hier kann eine Krone notwendig sein, um den Zahn dauerhaft zu schützen.
Anhaltender, pochender Schmerz
Ein dauerhafter, pochender Schmerz, der nicht nachlässt, ist ein ernstzunehmendes Warnsignal.
Er deutet oft darauf hin, dass der Zahn bereits stark beeinträchtigt ist. Manchmal wird dieser Schmerz von einem Druckgefühl im Kiefer oder einer Klopfempfindlichkeit begleitet.
In diesem Fall ist höchstwahrscheinlich der Zahnnerv entzündet oder bereits abgestorben – ein Zustand, den man in der Zahnmedizin als Pulpitis oder apikale Parodontitis bezeichnet.
Warten Sie nicht ab, sondern handeln Sie schnell.
Ein Besuch in unserer Praxis ist unumgänglich, um die Ursache abzuklären und den Zahn zu erhalten.
Meist ist eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich, um die Entzündung zu stoppen. Falls eine bakterielle Infektion vorliegt, kann zusätzlich eine Antibiotikatherapie sinnvoll sein.
Ursachen für Schmerzen trotz korrekt eingesetzter Füllung
Was, wenn der Zahnarzt alles richtig gemacht hat und der Zahn trotzdem schmerzt? Auch das kommt vor. Manchmal treten Beschwerden auf, die unabhängig von der Sorgfalt bei der Behandlung entstehen können.
Tiefgehende Karies
In manchen Fällen hat die Karies den Zahn bereits so stark geschädigt, dass der Zahnnerv schon vor der Behandlung in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Selbst wenn die Füllung perfekt sitzt, kann der Nerv im Nachhinein reagieren.
Die Schmerzen haben dann weniger mit der neuen Füllung zu tun, sondern sind eine Folge des ursprünglichen, tiefen Defekts.
Um den Zahn langfristig zu erhalten, sind dann oft weiterführende Maßnahmen wie eine Wurzelbehandlung notwendig.
Haarrisse im Zahn
Ein oft übersehener Grund für Schmerzen sind feinste Risse im Zahnschmelz oder Dentin, sogenannte Haarrisse. Sie können durch starken Kaudruck, nächtliches Zähneknirschen oder sogar durch die Vibrationen beim Bohren entstehen.
Diese winzigen Risse lösen Schmerzen aus, besonders beim Kauen oder bei Temperaturwechseln.
Da sie auf Röntgenbildern oft unsichtbar sind, ist die Diagnose schwierig. Manchmal hilft eine spezielle Aufbissschiene, um den Zahn zu entlasten.
In anderen Fällen können wir die Risse mit geeigneten Maßnahmen versorgen, um weitere Schäden zu verhindern.
Leichte Empfindlichkeit in den ersten Tagen
Nach dem Einsetzen einer Füllung ist es völlig normal, wenn der behandelte Zahn für einige Tage empfindlich auf Temperaturreize oder Druck reagiert. Schließlich wurde an dieser Stelle gebohrt, gespült und ein neues Material eingebracht. Diese mechanische Beanspruchung kann den Zahnnerv vorübergehend reizen.
Diese Art von Empfindlichkeit verschwindet in der Regel innerhalb weniger Tage bis maximal zwei Wochen von allein. In dieser Zeit können Sie den Heilungsprozess unterstützen:
- Gönnen Sie dem Zahn Ruhe: Verzichten Sie vorerst auf sehr harte oder klebrige Speisen.
- Achten Sie auf Temperaturen: Meiden Sie extrem heiße oder eiskalte Getränke und Speisen.
- Vermeiden Sie zusätzlichen Druck: Falls Sie nachts mit den Zähnen knirschen, kann eine Aufbissschiene den Zahn entlasten.
- Nutzen Sie spezielle Pflege: Eine Zahnpasta für empfindliche Zähne kann Linderung verschaffen.
Entscheidend ist der Verlauf der Beschwerden. Ein leichter, ziehender Schmerz, der allmählich nachlässt, ist meist unbedenklich. Sollte der Schmerz jedoch zunehmen oder anfangen zu pochen, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.
Allergische Reaktion auf das Füllmaterial
Obwohl es selten vorkommt, können manche Menschen empfindlich auf bestimmte Füllungsmaterialien reagieren. Dazu gehören Amalgam oder auch einige Kunststoffe (Komposite). Die Symptome reichen von leichten Schmerzen und Juckreiz bis hin zu einer chronischen Reizung im Mund. In solchen Fällen ist der Austausch des Materials oft die beste Lösung. Biokompatible Alternativen wie Keramik oder Gold bieten hier eine hervorragende Verträglichkeit und sind eine langlebige Option.
Unterschiede je nach Füllmaterial
Nicht jede Füllung ist gleich – und auch Ihr Körper kann unterschiedlich auf die verwendeten Materialien reagieren.
In unserer Praxis wählen wir je nach individueller Situation das am besten geeignete Füllmaterial für Sie aus.
Die Wahl beeinflusst nicht nur die Haltbarkeit, sondern auch, wie Ihr Zahn nach der Behandlung reagiert.
Hier eine Übersicht gängiger Füllmaterialien und ihrer möglichen Auswirkungen:
| Füllmaterial | Vorteile | Mögliche Reaktionen |
|---|---|---|
| Amalgam* | Sehr langlebig, kostengünstig | Kann durch seine Temperaturleitfähigkeit anfangs zu Kälteempfindlichkeit führen; seltener metallischer Geschmack oder allergische Reaktionen. |
| Komposit (Kunststoff) | Ästhetisch ansprechend, zahnfarben | Schrumpft beim Aushärten minimal, was zu leichten Spannungen oder einer vorübergehenden Reizung führen kann. |
| Keramik | Sehr gut verträglich, langlebig, ästhetisch | Empfindlichkeiten sind sehr selten; höhere Anschaffungskosten. |
| Gold | Extrem langlebig, bioverträglich | Allergien sind sehr selten; hohe Kosten. |
*Amalgam in Zahnfüllungen ab 2025 verboten
Besonders bei Komposit-Füllungen berichten Patienten gelegentlich über eine vorübergehende Empfindlichkeit.
Dies liegt unter anderem daran, dass das Material beim Aushärten leicht schrumpft und minimalen Druck auf den Zahn ausübt.
In den meisten Fällen ist dies jedoch nur eine kurzzeitige Reaktion, die von selbst wieder abklingt.

Typische Heilungsverläufe. In der Regel können Sie sich an folgenden Zeitspannen orientieren:
- 1–3 Tage: Leichte Schmerzen oder eine Druckempfindlichkeit sind in dieser Phase normal. Das Gewebe regeneriert sich und der Nerv beruhigt sich.
- 1–2 Wochen: Eine anhaltende, aber schwächer werdende Empfindlichkeit bei Hitze oder Kälte ist oft kein Grund zur Sorge – solange die Schmerzen nicht zunehmen.
- Mehr als 2 Wochen: Sollten die Schmerzen nach dieser Zeit nicht abnehmen oder sogar stärker werden, liegt wahrscheinlich ein Problem vor, das wir uns ansehen sollten.

Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn Sie merken, dass der Schmerz Sie im Alltag einschränkt oder nicht besser wird, sind wir für Sie da. Lieber einmal zu viel kontrollieren lassen als einmal zu wenig.

Wann sollten Sie den Zahnarzt erneut aufsuchen?
Die vielleicht wichtigste Frage ist: Wann reicht Abwarten nicht mehr aus und wann sollten Sie dringend einen neuen Termin vereinbaren?
Bei anhaltenden Beschwerden nach einer Füllung ist ein zeitnaher Besuch in unserer Praxis immer ratsam, um mögliche Komplikationen zu vermeiden und die Gesundheit Ihres Zahnes zu sichern.
Alarmsignale, die Sie nicht ignorieren sollten
Es gibt einige klare Warnzeichen, bei denen Sie umgehend handeln sollten. Diese Symptome können auf ernstere Probleme wie eine Entzündung oder Infektion hinweisen:
- Anhaltender, pochender Schmerz, der über mehrere Tage nicht nachlässt.
- Schmerz, der nachts schlimmer wird – ein typisches Anzeichen für eine Nervenentzündung.
- Druckempfindlichkeit beim Kauen, die sich nicht bessert.
- Eine sichtbare Schwellung am Zahnfleisch oder im Gesicht.
- Fieber in Kombination mit Zahnschmerzen als möglicher Hinweis auf eine Infektion.
- Ein unangenehmer Geschmack im Mund oder gar Eiterbildung.
Wenn eines dieser Symptome auftritt, ist wahrscheinlich eine weiterführende Behandlung wie eine Wurzelkanalbehandlung oder eine Anpassung der Füllung notwendig.
Vorsorge ist besser als Nachsorge
Regelmäßige Kontrolltermine sind die beste Maßnahme, um solche Probleme frühzeitig zu erkennen.
Nach einer Füllungsbehandlung empfehlen wir, besonders bei auftretenden Beschwerden, einen Kontrolltermin zu vereinbaren, um den Heilungsverlauf zu überprüfen.
Auch Ihre sorgfältige Mundhygiene spielt eine entscheidende Rolle.
Wer gründlich die Zähne putzt, Zahnseide verwendet und auf eine zuckerarme Ernährung achtet, senkt das Risiko für erneute Karies – und damit auch für zukünftige Schmerzen.



Sven
Bei mir war’s so. Ich hatte nach einer Füllung am Tag 2 starke Kälteempfindlichkeit, die aber bis Tag 5 langsam zurückging. Danach spürte ich bei jedem Biss in harte Nahrung ein leichtes Zwicken, das nach etwa zwei Wochen ganz verschwand.
Ihr Artikel spiegelt das sehr gut wider. Danke, dass Sie die Bandbreite der Ursachen und Verläufe erklären. 👍
Dr. Natalia Ehrlichmann
Vielen Dank für Ihren Kommentar und dass Sie Ihre persönliche Erfahrung mit uns teilen! Es freut mich zu hören, dass der Artikel Ihnen geholfen hat, die möglichen Ursachen und Verläufe besser zu verstehen. Es ist beruhigend zu wissen, dass sich Ihre Beschwerden nach einiger Zeit von selbst gebessert haben. Das zeigt, wie individuell der Heilungsprozess sein kann. Wenn Sie weitere Fragen oder Themenwünsche haben, lassen Sie es uns gerne wissen. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute für Ihre Zahngesundheit!
Sonja V.
Ich hatte leichten Karies, eine Keramik Füllung wurde gemacht am Frontzahn innen. Korrektur auch war zu hoch aber da es direkt in der Mitte ist kommt die Zunge immer hin. Es stört die Füllung. Werde psychisch krank was tun?
Dr. Natalia Ehrlichmann
Hallo Frau V.,
ich kann Ihre Situation sehr gut nachvollziehen.
Nach Ihrer Beschreibung gibt es sehr realistische, einfache und schonende Lösungen, die in der Regel schnell helfen.
Warum stößt Ihre Zunge immer wieder an die Füllung?
Die Zunge ist extrem sensibel und registriert selbst minimale Unebenheiten – besonders im Frontzahnbereich.
Wenn eine Keramikfüllung etwas zu hoch, minimal kantig, oder in der Kontur nicht ganz harmonisch ist, dann „scannt“ die Zunge die Stelle ständig ab.
Das sorgt für einen Kreislauf: je mehr Sie darauf achten, desto störender wird es.
Was man zahnmedizinisch tun kann (meist in 5–10 Minuten lösbar).
Eine Nachkorrektur ist absolut üblich und unkompliziert.
Bei Keramik- oder Kompositfüllungen im Frontbereich kann Ihr Zahnarzt:
– Höhe minimal nachjustieren
Auch Bruchteile von Millimetern können ausreichen, um das Gefühl komplett zu verändern.
– Kontur glätten/runden
Eine sanfte Politur oder Glättung der Innenkante kann das Fremdkörpergefühl deutlich reduzieren.
– Hochglanzpolitur
Oft ist das Gefühl schon nach einer feinen Politur völlig anders, weil die Zunge dann „darüber gleitet“ statt hängen zu bleiben.
Wichtig: Solche Korrekturen sind absolut normal und gehören zur Nachsorge. Sie sind weder ein „Fehler“ noch etwas Ungewöhnliches.
Ihre Situation ist lösbar und meist sehr schnell. Sie brauchen sich dafür nicht zu schämen oder zu quälen.
Bitte vereinbaren Sie so schnell wie möglich einen Termin.
Die meisten Zahnärzte haben Verständnis für solche Empfindlichkeiten, besonders bei Frontzähnen, und helfen Ihnen gerne, die Füllung perfekt anzupassen.
Chris
Hallo guten Tag ,
ich hatte vor 3 Tagen 2 Zahnbohrungen im rechten Oberkiefer , dazu ein gezogener Weisheitszahn auf dieser Seite , auf den Röntgenbildern sahen die Zahnwurzeln gut aus , nun habe ich aber nach den Füllungen weiter einen Druck auf diesen Zähnen , dazu Empfindlichkeiten gegenüber Kälte , kann dies normal sein? Sollte ich warten? Oder könnte mehr dahinter stecken?
Dr. Natalia Ehrlichmann
Guten Tag Chris,
vielen Dank für Ihre Frage.
Grundsätzlich können Druckgefühl und Kälteempfindlichkeit nach Zahnfüllungen durchaus normal sein, besonders in den ersten Tagen.
Beim Bohren wird der Zahn gereizt und der Zahnnerv kann vorübergehend empfindlicher reagieren.
Auch nach einer Weisheitszahnentfernung kann das umliegende Gewebe noch einige Zeit „mitreagieren“, da mehrere Behandlungen im selben Kieferbereich erfolgt sind.
In vielen Fällen beruhigt sich das innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst.
Wichtig: Wann sollten Sie nicht weiter abwarten?
Wenn die Schmerzen stärker werden, anhalten, pulsierend sind, spontan (ohne Kälte) auftreten oder das Druckgefühl beim Zubeißen deutlich zunimmt, sollte der Zahn zeitnah kontrolliert werden.
Dann kann z.B. eine Nachkorrektur der Füllung oder eine genauere Überprüfung des Zahnnervs sinnvoll sein.
Unser Rat:
Beobachten Sie die Situation noch ein paar Tage. Sollten die Beschwerden nicht klar nachlassen oder sich verschlechtern, zögern Sie bitte nicht, Ihre behandelnde Zahnarztpraxis erneut aufzusuchen.
Eine kurze Kontrolle kann oft schnell Klarheit und Erleichterung bringen.
Wir wünschen Ihnen gute Besserung und schöne Feiertage.
Natalija
Guten Tag
Ich habe seit 4 Tagen Zahnschmerzen, welche mit Ohrschmerzen begonnen haben und sich erst 1 Tag spöter raustellte das der schmerz hon den Zähnen kommt.
Ich war heute frh beim Zahnarzt und optisch sah alles gut aus, einzig die Vermutung das bei einem Zahn mit Füllung, der Nerv sehr nahe am Karies lag.
Wir haben die Füllung gewechselt aber die Schmerzen sind weiterhin sehr stark. Gemäss ärztin wäre eine Wurzelbehandlung nicht nötig.
Der Füllungswechsel ist keine 24 Stunden her aber der Schmerz isch schon stark und das verunsichert mich jnd macht mir sehr angst.
Ist das normal? Wie lange soll ich dem ganzen Zeit geben?
Empfindlichkeit auf kalt/warm verspüre ich kaum. Wäre sehr froh und einen Rat weil ivh nicht weiss ob ich übertreibe oder ob das ein normaler verlauf nach nicht mal 24 stunden ist.
Dr. Natalia Ehrlichmann
Hallo Natalija,
es tut mir sehr leid zu hören, dass Sie solche Schmerzen haben. Es ist völlig verständlich, dass Sie verunsichert sind und Angst haben. Zahnschmerzen, die in den Kopf oder das Ohr ausstrahlen, können extrem zermürbend sein.
Um Ihre Fragen direkt zu beantworten und die Situation einzuordnen:
1. Zur Situation („Ist das normal?“). Ein Füllungswechsel, besonders bei sehr tiefer Karies in Nervnähe, ist immer ein erneutes „Trauma“ für den Zahnnerv (die Pulpa). Der Nerv war durch die Karies bereits gereizt und wurde nun durch das Bohren und das neue Material erneut irritiert. Es ist normal, dass der Zahn in den ersten Tagen empfindlich ist (Wundschmerz). Dass der Schmerz jedoch sehr stark ist und Sie kaum Kälte-/Wärmeempfinden haben, ist ein wichtiges Detail. Wenn der Schmerz pochend ist oder nachts schlimmer wird, deutet das oft darauf hin, dass die Entzündung des Nervs (Pulpitis) leider doch stärker ist, als erhofft.
2. Warum strahlte es ins Ohr aus? Das ist bei Zahnschmerzen (besonders im Unterkiefer) sehr häufig. Die Nervenbahnen liegen eng beieinander, sodass der Schmerz wandern kann. Dass der Ursprung nun am Zahn lokalisiert wurde, ist gut, aber es zeigt, dass der Nerv bereits vor der Behandlung stark reagiert hat.
3. Wie lange sollen Sie warten? Da der Eingriff keine 24 Stunden her ist, befindet sich der Zahn in der „Akutphase“.
Der Plan: Versuchen Sie, den Zahn für ca. 2 bis 3 Tage zu beobachten. Nehmen Sie, falls keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen, ein entzündungshemmendes Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen oder Paracetamol nach Packungsbeilage), um dem Nerv zu helfen, sich zu beruhigen.
Wann Sie sofort zurückgehen sollten? Wenn die Schmerzmittel nicht wirken, der Schmerz pochend wird, eine Schwellung (dicke Backe) auftritt oder Sie nachts vor Schmerzen nicht schlafen können.
Sie übertreiben keinesfalls! Ihr Körper signalisiert Ihnen, dass dort etwas nicht stimmt. Ihre Zahnärztin hat versucht, den Zahn lebend zu erhalten (ohne Wurzelbehandlung), was immer der richtige erste Schritt ist. Aber manchmal ist der Nerv schon zu stark geschädigt („irreversible Pulpitis“) und beruhigt sich nicht mehr. Dann wäre der nächste Schritt tatsächlich die Wurzelbehandlung, um Sie von den Schmerzen zu befreien.
Geben Sie dem Zahn aber noch etwas Zeit Ruhe unter Schmerzmittel-Abdeckung. Sollte es nicht deutlich besser werden, zögern Sie nicht, Ihre Zahnärztin erneut aufzusuchen. (Eine Kontrolle bedeutet nicht automatisch eine Wurzelbehandlung. Oft reicht es, den Zahn erneut zu prüfen und die Situation neu zu bewerten).
Gute Besserung!